34 Fähigkeiten, die Social-Media-Redakteure im Jahr 2017 auszeichnen

1 Sie stellen ihr Publikum in den Mittelpunkt und denken Geschichten aus Sicht der Leser. Die entscheidende Frage ihrer Checkliste lautet: Warum sollte mein Leser das lesen? Relevanz und Impact stellen sie stets über alle anderen Metriken.

2 Sie wissen, welches Format auf welchem Account zu welchem Thema angemessen ist und denken Geschichten nicht mehr grundsätzlich von einem Text ausgehend.

3 Sie wissen, dass gute Geschichten ihre Leser auf Plattformen nur dann optimal erreichen, wenn alle Bereiche in der Redaktion Hand in Hand zusammenarbeiten. Sie arbeiten deshalb nicht isoliert, sondern sind in die Workflows der Redaktion eingebettet.

4 Sie sind in der Lage, Geschichten und Trends über Tools in den eigenen Timelines frühzeitig zu erkennen und für ihre Plattformen zu bewerten.

5 Sie wissen, dass ihre Aufgabe mehr ist, als Links „zu verteilen“.

6 Sie haben ein Gefühl für gute, klare und der Plattform angemessene Sprache. Sie können texten – und zwar jenseits vom üblichen Journalistensprech.

7 Sie scannen Geschichten automatisch nach dem teilbaren Kern und wissen, wie sie den sprachlich angemessen und perfekt herausstellen können.

8 Sie sind empathisch und kennen die Gefühle der Leser. Sie wissen nicht nur was die Leser bewegt, sondern auch wie es sie bewegt.

9 Sie können Geschichten in Videos erzählen, wissen, wie Videos für Plattformen aussehen und wann sie erfolgreich sind.

10 Sie haben ein optisches Empfinden für Teilbarkeit und können das mit Grafikprogrammen umsetzen.

11 Sie kennen die Funktionsweise des Facebook-Algorithmus. Sie wissen, welches Format welche Auswirkungen auf die Reichweite von Beiträgen hat und setzen dieses Wissen strategisch ein.

12 Sie haben das Gefühl für Viralität, die im Einklang mit der Marke steht, verinnerlicht. Es pingt im besten Fall im Kopf, wenn sie etwas sehen, von dem sie wissen, dass es ihre Leser bewegen wird.

13 Sie wissen, wie sie Wachstum schaffen und wie eine ganzheitliche Growth-Strategie für eine Plattform oder eine Seite aussieht.

14 Sie sehen ihre Seiten als Communities, von denen sie Impact bekommen – und leiten daraus eigene und individuelle Strategien ab, um eine Plattform erfolgreich zu betreuen.

15 Sie finden den richtigen Ton in der Ansprache bei Kommentaren – auch wenn es mal brenzlig wird.

16 Sie haben Humor – und wissen, wie man ihn artikuliert.

17 Sie wissen, was für sie Erfolg bedeutet. Sie haben Metriken definiert und können sie nachhalten.

18 Sie wissen, dass es in der Entwicklung von Formaten auf Plattformen keinen Stillstand gibt. Heißt: ausprobieren, auswerten, lernen, besser werden.

19 Sie arbeiten nicht nur mit der Redaktion zusammen, sondern bereichsübergreifend, auch mit Entwicklern und dem Marketing. Sie verstehen, was sie wollen – und umgekehrt.

20 Sie können Daten so verständlich erklären und aufbereiten, dass sie damit andere Redakteure begeistern.

21 Sie kennen und beherrschen gängige journalistische Formate, und sind zugleich in der Lage, komplett anders – weg von ihnen – zu denken.

22 Sie kennen die Mechanismen von Teilbarkeit und wissen, wie man sie schafft.

23 Sie sollten kündigen, wenn von ihnen gefordert wird, die eigenen Leser für dumm zu verkaufen, etwa mit maßlos überdrehten Zeilen, hinter denen Geschichten ohne Substanz stecken.

24 Sie können ohne Daten nicht mehr arbeiten. Daten sind aber niemals die alleinige Entscheidungsgrundlage ihres Handelns.

25 Sie wissen, wie sie datengetriebenes Arbeiten mit dem journalistischen Anspruch der Marke verbinden.

26 Sie sind mit gängigen Recherchetools im Bereich Social Media vertraut und wissen, welche Wege es gibt, um auf Plattformen zu recherchieren.

27 Was sie machen, tun sie mit Leidenschaft. Ihnen geht das Herz auf, wenn sie Geschichten für Plattformen teilbar machen und erfolgreich Formate etablieren.

28 Sie haben ihre eigene Stimme in sozialen Netzwerken, sind als Journalist auf Plattformen präsent und ansprechbar und Botschafter für die Marke, für die sie arbeiten.

29 Sie können Artikel so aufschreiben, dass sie perfekt teilbar sind.

30 Sie können Plattformen und Netzwerke jenseits von Hypes bewerten und priorisieren. Niemand kann alles. Aber jeder muss wissen, was wichtig ist – und was nicht.

31 Sie sind kein Tech-Support, sondern Journalisten mit einem guten technischen Verständnis.

32 Sie bewegen sich sicher im Ads-Manager von Facebook und wissen, wie sie Kampagnen erstellen und nachhalten.

33 Sie sind und bleiben neugierig.

34 Sie lesen den Facebook-Newsfeed, wie Journalisten früher die Zeitung: Sie wissen, welche Inhalte warum teilbar sind und wie sie diese Effekte auf ihre Marke übertragen.

Was vergessen? Schreibt es in die Kommentare.

Wie der Newsfeed-Chef mit 4 Folien den Facebook-Algorithmus erklärt

Auf der Facebook Entwicklerkonferenz F8 in San José gab es einen Vortrag zu einem der wichtigsten Themen für Journalisten und Social-Manager: Adam Mosseri, Vice President of Product for News Feed, hat erklärt, auf Basis welcher Signale Facebook entscheidet, wie sich Inhalte verbreiten – oder auch nicht. „Wie der Newsfeed-Chef mit 4 Folien den Facebook-Algorithmus erklärt“ weiterlesen

Medientage München: 5 Ideen, mit denen deine Facebook-Seite sofort besser wird

Auf den Medientagen in München habe ich im Panel Social Media Tools für Journalisten 5 Punkte für Publisher aufgezählt, die nach meiner Erfahrung im Umgang mit Facebook wichtig sind. Unter anderem ging es darum, wie man Facebook im redaktionellen Alltag einsetzt und die „Datenflut“ sinnvoll organisiert.
„Medientage München: 5 Ideen, mit denen deine Facebook-Seite sofort besser wird“ weiterlesen

Interview: Was mir die freie Mitarbeit bei der Lokalzeitung für meine jetzige Arbeit gebracht hat

Bringt es einem heutzutage etwas, als freier Mitarbeiter bei einer Lokalzeitung zu arbeiten? Während des Studiums am Wochenende von Termin zu Termin zu fahren und viele Zeilen über vermeintlich inhaltlich dünne Ereignisse zu schreiben? Meine Ex-Kollegen von der Heimatzeitung haben mich gefragt, was mir die freie Mitarbeit für meine jetzige Arbeit gebracht hat.

Ich habe mir die Facebook-Kommentare unter der Geschichte von Herrn Meier (87) angeschaut. Sie sind großartig.

Bild: Screenshot: facebook.com/faz, mkhmarketing.wordpress.com/ (CC BY 3.0)
Bild: Screenshot: facebook.com/faz, mkhmarketing.wordpress.com/ (CC BY 3.0)

FAZ.NET hat am Montag ein Porträt veröffentlicht, das zunächst so gar nicht für den flüchtigen Blick auf Social Media geeignet scheint. Eine lange Geschichte, kein Instant Article, der sich schnell öffnet; viel, viel Text, für den man sich zurücklehnen muss, auf den man sich einlassen muss. Ein Teasertext, über den man sogar einmal nachdenken muss, der keinen spontan emotionalen Reflex auslöst. „Ich habe mir die Facebook-Kommentare unter der Geschichte von Herrn Meier (87) angeschaut. Sie sind großartig.“ weiterlesen

Warum wir AfD-Wählern mehr als Häme und Empörung in sozialen Netzwerken bieten müssen

Bildschirmfoto 2016-03-14 um 09.06.04Ein Witz über die AfD geht immer. Die wird ja nur von Idioten gewählt. Gefühlt verhalten wir uns in sozialen Netzwerken wie die coolen Kids auf dem Schulhof: Wer nicht konform ist, mit dem reden wir erst gar nicht, den lachen wir aus.

Aber „nicht konform” sind jetzt 20 Prozent der Menschen eines ganzen Bundeslandes. So treiben wir nur noch mehr in die Arme der populistischen Parteien. „Warum wir AfD-Wählern mehr als Häme und Empörung in sozialen Netzwerken bieten müssen“ weiterlesen

Warum wir uns um Metriken auf Plattformen kümmern müssen. Jetzt!

Bild: mkhmarketing.wordpress.com/ (CC BY 3.0)
Bild: mkhmarketing.wordpress.com/ (CC BY 3.0)
Im März 2015 hat Buzzfeed-CEO Jonah Peretti mit diesem Vortrag zum Thema Content Views eine weltweite Diskussion über Erfolgsmetriken im Plattform-Zeitalter angestoßen. Auch ein Jahr später versuchen deutsche Portale mit teils absurden Clickbaits möglichst viel Traffic auf ihre Webseiten zu schaufeln, statt sich Gedanken über Erfolgsmetriken zu machen. „Warum wir uns um Metriken auf Plattformen kümmern müssen. Jetzt!“ weiterlesen

Über die Nutzerzahlen von Facebook, Twitter, WhatsApp und Co. in Deutschland

Bild: mkhmarketing.wordpress.com/ (CC BY 3.0)
Bild: mkhmarketing.wordpress.com/ (CC BY 3.0)

Die weltweiten Nutzerzahlen der großen sozialen Netzwerke und Messengerdiensten sind zwar bekannt, eine Aufschlüsselung für Deutschland gibt es in vielen Fällen allerdings nicht. Als Social Media Redakteur habe ich täglich vor allem mit den für Deutschland relevanten Plattformen zu tun.

Deshalb will ich nachfolgend eine kurze – subjektive – Einschätzung zu den Zahlen (in Klammern) geben, die Christian Buggisch in einem Blogpost aufgelistet hat. Dabei wird auch klar: Eine Metrik, die alle Plattformen einfach vergleichbar macht, gibt es nicht. „Über die Nutzerzahlen von Facebook, Twitter, WhatsApp und Co. in Deutschland“ weiterlesen

Wie Verschwörungstheoretiker den Namen Anonymous benutzen – und 300.000 Likes in 3 Tagen sammeln

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Die Kriegserklärung gegen ISIS hat Anonymous in den vergangenen Tagen besonders bei Facebook eine extrem hohe Aufmerksamkeit beschwert. Artikel über die Erklärung und auch die Enttarnung von ISIS-Kämpfern wurden tausendfach geteilt und verbreitet.

Profitiert hat in Deutschland eine Facebook-Seite, die seit Jahren unter dem Namen Anonymous Verschwörungstheorien im Pegida-Sprech verbreitet: Allein zwischen dem 16. und 18. November 2015 erhielt „Anonymous Kollektiv“ laut Fanpagekarma 332.652 neue Likes, zählt nun insgesamt mehr als 1,3 Millionen „Gefällt mir“-Angaben. „Wie Verschwörungstheoretiker den Namen Anonymous benutzen – und 300.000 Likes in 3 Tagen sammeln“ weiterlesen